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Anno 75/76 bin ich mit der Super-8-Kamera durch Blexen gefahren.
Der Ort wurde erwähnt vor 1187 Jahren.
Seit Jahrhunderten blickt stolz, erhaben und stumm,
der ehrwürdige Kirchturm um sich herum.
Er hat viel Elend und Leid gesehen,
und konnte so manche Frevel nicht verstehen.

In den letzten 40 Jahren, für wahr eine kurze Spanne,
gab es in Blexen große Ereignisse, aber auch manche Panne.
Als Chronist fehlten mir oft die Worte,
denn einige Kirchturmpolitiker trieben ihr Unwesen in diesem Orte.
Dies hielt der „Kirchturm“ auf Bildern, Filmen und auch stenografisch fest,
weil sich so die Geschichte am besten belegen lässt!

Schneewinter, Sturmfluten, 1972 der November-Sturm –
Unter diesen Belastungen wackelte auch mein meterdicker Turm.
Das Treiben der Vereine aber zu meinen Füßen,
konnte er oft und mit Freude genießen.
Das alles ist eingebrannt auf Kinostreifen und wird zur Zeit digitalisiert,
und vielleicht bei Bedarf einmal vorgeführt.

Obwohl Stürme und Fluten Veränderungen mit sich zogen,
schlimmer war das Agieren der Vertreter aus Wirtschaft und Politik, die uns belogen.
Da stehen im Gleisdreieck in Blexen grau, verseucht und stumm,
der Asbestos-Turm und die große Lagerhalle herum.
Nach dem Gelände und der Halle mit der Anlegestelle,
schielte ein Vertreter der Hafenwirtschaft - der Knabe war helle!

Schon damals wurden unsere gewählten Vertreter über die Ohren gehauen,
jetzt will man einen Tiefwasserhafen bauen!
Nun tagt nach diesem abgekarteten Spielchen ein Untersuchungsausschuss –
Wie wird dies enden? – mit einem Bruderkuss?
Die Geschichte wurde nun anders geschrieben,
nur noch Denkmale sind übrig geblieben.
Der Hafen ist fast fertig, doch es fehlen die Gleise,
das Jammern beginnt in der alten Weise.
Die Kräne stehen auch in Bremerhaven und ragen in den Himmel hinein -
in Wilhelmshaven sollte der Start ganz anders sein!
Bauverzögerung ist angesagt,
...

Und nun, im Jahre Anno Zweitausendsieben –
schielt man erneut nach Blexen und will uns Bürger betrügen.
Im Schatten eines Kraftwerkes sollen wir wohnen und leben,
unweit neben dem Kirchturm sollen sich ein Kesselhaus und ein Kamin erheben!
Der „weiße Riese“ schaut schon auf den Kirchturm herunter –
bald fallen Russ und Staub, es wird schwarz, und nicht bunter!
2010 kann ich nun sagen,
über ein Kohlekraftwerk müssen wir nicht mehr klagen.
Der "weiße Riese" schaut dafür munter,
auf ein Windrad einer Pleitefirma herunter.

Ich blicke noch einmal in den Stenoblock Nummer „sieben“,
es handelt sich um „Text der Zeit“ den ich vor 30 Jahren geschrieben.
Auch sehe ich deutlich das Schild im Gleisdreieck protzen,
20000 DM Kosten – der Text darauf war auch zum Kotzen!

Nun spule ich erneut einen S-8-Film ab.
Ich zeige darauf das neue Hallenbad!
Drinnen filmte ich damals feuchtes Spielen und Treiben –
und auch heute sollte es auch für die Blexer so bleiben!

Im Vorspann flimmert die Urkunde der Pro-Hallenbad-Streiter –
Unterzeichnet von Edlef Jessen, Hannes Schalt und so weiter!
Deren Einsatz mit anderen vor über 30 Jahren ist auch heut’ wieder zu loben,
sie waren für die Bürger da – andere wollten und wollen nur nach oben!

Drum sind die Entscheidungen für Verwaltung und Rat einfach, weil wir entschlossen und vereint:
Keine Stimme für jenen, der unklar mit wenigen Leitwölfen greint!

In meinen Dia-Serien aus den siebziger Jahren, das war eine Wonne,
schaltete ich zum Auftakt Dias über Blexen mit der aufgehenden Sonne!
Der „weiße Riese“ störte diese Silhouette nicht sehr,
aber eine Kohle-Kraftwerk zerstörte jenes Bild unvorstellbar mehr.

Auf diesem Gelände darf nur „weiße Industrie“ uns alle Nordenhamer beglücken,
Besucher, Gäste und unsere Nachkommen erwarten das mit entzücken!
Wir sollten mehr an die ehemalige Zukunftsecke im Stadtnorden denken,
als den wenigen Aufsteigern und Managern Glauben zu schenken!

Der Kirchturm entnahm es heute (11.01.08) mit Erstaunen,
der Apostel Ansgar der Neuzeit verlässt Nordenham,
da ist also an den bestehenden Verbindungen doch etwas dran!
So langsam wird dem Kirchturm klar,
wo die Lücke in der Seilschaft nun wirklich war!
Ein Urteil wird die Nordenhamer noch beglücken,
und sie müssen für Eseleien den Geldbeutel zücken.

Wird fortgesetzt!



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